| Schon sehr früh haben die Menschen die Kunst des Destillierens entdeckt. In Klöstern und an Höfen hat die alchimistische Forschung der damaligen Zeit mit Mischen, Extrahieren und Destillieren versucht, den Geheimnissen der Materie auf den Grund zu gehen. Oft war es vor allem der Wunsch, Gold künstlich herzustellen, der die Alchimisten der damaligen Zeit zu Versuchen mit fantasievollsten und abenteuerlichsten Verbindungen trieb.
So amüsant auch die Geschichten über damalige Alchemie-Versuche klingen, darf man deren Ergebnisse und Resultate nicht unterschätzen, weiß man heute doch, dass beispielsweise der Wissensstand in der Homöopathie sehr hoch war. Viel Wissen ging dann leider bei der wahnwitzigen Hexenverfolgung der Inquisitionszeit verloren.
Viele bekannte Produkte bei den Spirituosen sind noch heute Zeugen des damaligen Forschungsdranges, so zum Beispiel berühmte Liköre wie Bénédictine und Chartreuse. aber auch Ausdrücke wie Aqua Vitae (Lebenswasser) oder auch das französische Eau-de-vie weisen darauf hin, dass Spirituosen in der alten Zeit sehr stark als Elixier und Heilmittel betrachtet wurden. Noch heute ist der Alkohol oft Träger für verschiedene homöopathische Mittel und Toniken. Vor allem aber sind Spirituosen hervorragende Genuss- und Digestifmittel. Vernünftiger Genuss ist Voraussetzung, und es sei an das bekannte Zitat des berühmten Arztes Paracelsus erinnert: "Es gibt kein Gift, es ist alles eine Frage der Menge".
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