Wenn man eine Flasche Wein entkorkt findet man zuweilen am Korkspiegel, in der Flasche oder auch im Glas winzige weiße glänzende Kristalle.
Viele Leute glauben dann, im Wein sei etwas, das nicht hineingehöre.
Der Weinfreund jedoch freut sich wenn er diese Kristalle findet. Sie sind für Ihn ein untrügliches Qualitätszeichen – Edelsteine des Weines!Je reifer die Trauben des jeweiligen Weines waren desto größer ist der Anteil an Weinsäure und je länger sie am Rebstock hingen, desto länger hatten sie Zeit aus dem Boden neben anderen Mineralien auch Kalzium aufzunehmen. Treffen Weinsäure und Kalium im Wein zusammen kann sich Weinstein bilden.
Weinstein fällt in Kristallen aus und löst sich im Wein nicht auf.
Diese Edelsteine des Weines kann man durchaus auch in jungen Weinen finden.
Ein guter, mit Liebe und Sorgfalt ausgebauter Wein hat eine langsame Gärung hinter sich.
Die damit verbundenen Gärtemperaturen schonen die Duft- und Aromastoffe des Weines.
Eine zu stürmische Gärung, wie sie in südlichen Breiten wegen des heißeren Klimas oft unvermeidbar ist, würde das Gegenteil bewirken: Sie beraubt den Wein eines guten Teiles seiner Geschmacks- und Bukettstoffe.
Je langsamer die Gärung, desto weniger Weinstein scheidet sich direkt im Faß ab, was dazu führen kann dass ein Teil davon lange im Wein bleibt und sich erst im Laufe der Zeit in der Flasche herauskristallisiert.